Wenn dir eine unbekannte Nummer per WhatsApp oder Telegram einen Homeoffice-Job anbietet, ist das in aller Regel Betrug. Meist steckt der sogenannte Task-Scam dahinter: erst kleine echte Auszahlungen für Likes oder Bewertungen, dann sollst du selbst Geld einzahlen. Das Wichtigste: nicht antworten, blockieren, melden. Hast du schon gezahlt, zählt jede Stunde. Hier steht, was du dann tun solltest.

So sieht die erste Nachricht aus
Die Nachrichten kommen von unbekannten, oft ausländischen Nummern und klingen freundlich und professionell. Typische Beispiele:
- „Hallo, ich bin Sandra von der Personalabteilung. Wir haben Ihren Lebenslauf gesehen und haben einen Teilzeitjob für Sie: 30 bis 60 Minuten am Tag, 200 bis 800 Euro.“
- „Möchten Sie von zu Hause Geld verdienen? Sie müssen nur Produkte bewerten oder Videos liken.“
- „Wir sind eine Agentur und suchen Mitarbeiter, die Hotels oder Apps bewerten.“
Oft wird der Name eines bekannten Unternehmens oder einer echten Personalagentur missbraucht. Du hast dich aber nie bei ihnen beworben, und selbst wenn: Echte Firmen schreiben keine Fremden per Messenger an, um ihnen Jobs anzubieten. Weitere aktuelle Maschen findest du im Ratgeber Seriöse Homeoffice-Jobs erkennen.
Der Ablauf des Task-Scams
- Einfache Aufgaben: Du sollst Videos liken, Produkte bewerten oder Screenshots schicken.
- Kleine echte Zahlungen: Tatsächlich kommen ein paar Euro an. Das schafft Vertrauen und ist Teil des Plans.
- Wechsel auf eine Plattform: Du sollst dich auf einer Website oder in einer Telegram-Gruppe registrieren, in der dein „Guthaben“ angezeigt wird.
- Einzahlung für „Premium-Aufgaben“: Um höher bezahlte Aufgaben freizuschalten oder dein Guthaben auszuzahlen, sollst du selbst Geld einzahlen, oft per Kryptowährung oder Überweisung an Privatkonten.
- Immer neue Forderungen: Gebühren, Steuern oder „Kontoaufladungen“, bevor die Auszahlung möglich sei. Das Guthaben auf der Plattform existiert nur auf dem Bildschirm.
Warum die Masche so gut funktioniert
Die ersten echten Auszahlungen machen den Job glaubwürdig. In den Gruppen berichten angebliche Mitarbeiter begeistert von ihren Einnahmen. Das sind oft Mitglieder der Täter. Dazu kommt Zeitdruck („Die Aufgabe läuft in 30 Minuten ab“) und das Gefühl, das bereits eingezahlte Geld nur mit einer weiteren Zahlung zurückzubekommen. Hereinzufallen hat nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun. Die Täter sind Profis.
Richtig reagieren
- Nicht antworten: Jede Antwort bestätigt, dass die Nummer aktiv ist. Das führt zu mehr solcher Nachrichten.
- Keine Links öffnen und nichts installieren: Links können auf gefälschte Seiten führen, die Daten abgreifen.
- Blockieren und melden: In WhatsApp und Telegram kannst du Kontakte direkt aus dem Chat heraus melden und blockieren.
- Keine Daten herausgeben: Weder Ausweis, Bankdaten noch Fotos. Mehr dazu, welche Daten du wann herausgeben darfst: im Ratgeber zu seriösen Jobs.
- Andere warnen: Erzähl in Familie und Freundeskreis davon. Die Nachrichten erreichen oft ältere Menschen und Jugendliche.
Du hast schon Geld gezahlt: das ist jetzt zu tun
- Nichts mehr zahlen: Auch nicht für die angebliche Auszahlung. Das Geld kommt nicht zurück, egal wie viel du nachzahlst.
- Sofort die Bank anrufen: Bei einer Überweisung, die gerade erst ausgeführt wurde, kann die Bank manchmal noch einen Rückruf versuchen. Das klappt nicht immer, aber jede Stunde zählt. Bei Kartenzahlungen nach einer Rückbuchung (Chargeback) fragen.
- Kryptowährung: Zahlungen lassen sich meist nicht zurückholen. Informiere trotzdem die Plattform, über die du gekauft hast, und notiere die Wallet-Adressen und Transaktionsnummern.
- Anzeige erstatten: Bei der örtlichen Polizei oder über die Onlinewache deines Bundeslandes. Nimm Screenshots der Chats, Telefonnummern, Plattform-Adressen und Zahlungsbelege mit.
- Zugangsdaten ändern: Hast du dich auf der Plattform mit einem Passwort registriert, das du auch anderswo nutzt, ändere es überall.
Keine Rechtsberatung: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Wende dich bei rechtlichen Fragen an eine Anwältin oder einen Anwalt oder an eine Verbraucherzentrale.
Vorsicht vor dem zweiten Betrug
Wer einmal gezahlt hat, wird oft ein zweites Mal angesprochen: von angeblichen Anwälten, „Recovery-Agenturen“ oder sogar falschen Polizisten, die versprechen, das Geld gegen eine Gebühr zurückzuholen. Das ist fast immer dieselbe Tätergruppe. Echte Behörden verlangen kein Geld dafür, dass sie ermitteln. Die Polizeiliche Kriminalprävention und die Verbraucherzentralen warnen regelmäßig vor dieser Masche.
Schreiben echte Arbeitgeber per WhatsApp?
Manche Unternehmen nutzen WhatsApp, nachdem du dich beworben hast, etwa für Terminabsprachen. Der Unterschied: Du kennst die Firma, weil du dich dort beworben hast, du findest sie mit Impressum im Internet, und das Gespräch führt zu einem Vorstellungsgespräch und einem Arbeitsvertrag. Du sollst nie etwas bezahlen. Kommt eine Nachricht unaufgefordert, von einer unbekannten Nummer, mit einem Job ohne Bewerbung: Das ist kein Jobangebot. Echte Homeoffice-Stellen findest du über geprüfte Stellenanzeigen, zum Beispiel im Kundenservice im Homeoffice.
Mehr zum Thema: Die zwölf wichtigsten Warnsignale, weitere Maschen und einen Arbeitgeber-Check in zehn Minuten findest du im Ratgeber Seriöse Homeoffice-Jobs erkennen.


